Musikgefühl

Der Soundtrack meines Lebens

Wenn Erwachsene mit Puppen spielen ist das oft nicht jugendfrei

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Die ganz große Bühne und die kleinen, leisen Zwischentöne

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Und was trägt ist die Musik

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Höhenflug? Wahnsinn? – I only want to sing

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Chor | Gesangsunterricht | Lieblingslied | Sing lauter

Neue Herausforderungen

von am 5. Oktober 2016

Wenn Jasmin mit neuen Songs kommt, die ich unbedingt doch mal singen sollte, dann muss ich doch immer Schlucken.
Adele? Idina Menzel? Puh, harte Nüsse. Und immer die Frage. Kann ich das? Und dann die Antwort von Jasmin:
„Willst du es können? Dann kannst du es auch!“

Und bisher hatte sie recht. Sogar Yvonne Catterfelds jazziger Song „Soviel mehr als Liebe“ klingt so, wie ich es von mir nie erwartet hätte. Vor sechs Wochen saß ich noch beim Gesangsunterricht und behauptet selbst:
„Das kann ich nicht!“

Und ich habe Bullshit gelabert. Ich kann es. Endlich haben meine Chorkopfstimme und meine Bruststimme zueinander gefunden. Ganz plötzlich. Ich wusste ja, die Kopfstimme funktioniuert schön im Chor. Bestätigung bekam ich dafür in den letzten Wochen genug. Meine Bruststimme habe ich in den letzten Monaten kennegelernt und ich liebe diese volle, runde Stimme. Nur der Übergang in der Mischstimme war immer sehr hart und abgehackt. Dank Mi li li, nü si nü und nu no na ne ni i i i i wird dieser Übergang fließend und eröffnet mir ganz viele neue Möglichkeiten.
„Let it go“ klingt ungewohnt neu für mich, wenn ich den jetzt singe, bei Adele mache ich mir selbst Gänsehaut und die Catterfeld (sagt es aber keinem weiter) mag ich sehr.

Die Catterfeld ist noch nicht abgeschlossen. In drei Wochen geht es damit weiter. Im Chor singen wir jetzt „Let me entertain you“ von Robbi Williams und auch dieses, was vorher unmöglich schien, funktioniert jetzt.

Und auch ich habe mir eine Herausforderung gestellt.

„Defying Gravity“ aus dem Wicked Musical. Das kenne ich noch nicht so lange, aber es scheint machbarer als die Menzel mit „Let it go“ zu sein.
Und wenn mir jemand anders als ich sagt: „Das kannst du nicht!“, dann werde ich ja zur weiblichen Marty McFly!

Und der eine Satz stimmt wie die Faust aufs Auge:

Ich bin es so Leid mir von anderen sagen zu lassen, was ich kann! Ich kann und ich werde alles versuchen, was ich für wichtig und richtig halte! Das mag arrogant und eingebildet klingen, aber soll ich euch allen was sagen? Solange es mich und mein Leben erfüllt und reicher macht, könnt ihr mich mal gehörig am Arsch lecken.

Sorry, für die harten Worte, aber:

„I’m through with playing by
The rules of someone else’s game“

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Chor | Rampenlicht

Der erste Chorauftritt

von am 29. September 2016

Der erste Chorauftritt ist nun wieder fast 2 Wochen her, aber ich zehre noch heute davon. Zum einen tut es nach der vielen Anstrengung noch immer derbst in der Hüfte weh, aber wenn ich mich an den Auftritt im Theater am alten Markt in Bielefeld erinner, dann muss ich lächeln.

3 Wochen proben für 5 Minuten auf den Brettern, die die ganze Welt für mich bedeuten! Ich stand ganz hinten, weil 4 von meinen Mitsopranos meine Stimme brauchten um ihren Ton zu bekommen. Das tat so gut.

Großer Applaus, rufe nach Zugabe, viel Lob und ein nächster Auftritt.

Am 4. Advent, 18. Dezember singen wir Weihnachtslieder auf dem alten Marktplatz.
Ich freue mich schon riesig und bin froh ein Teil von etwas Großartigem zu sein!

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Auftritt | Chor | Pricefield | Rampenlicht

Die Achterbahn der Gefühle

von am 5. September 2016

Das letzte Wochenende war für mein Musikgefühl eine wahre Herausforderung.

Es brachte mir Gänsehaut vor Freude, aber auch einen Kloß in den Hals vor Wut. Und das alles innerhalb von 6 Stunden.

Aber lasst mich doch mal von Anfang an erzählen.

Am Samstag war es wieder soweit. Die erste Chorprobe mit „OneVoice“ fand statt. Darauf hatte ich mich so gefreut. Die Proben für das Abrahamsfest in Bielefeld am 18. September starteten jetzt.
„Ode an die Freude“ war das erste Lied, was wir probten. Und ich in meinem geliebten Sopran, der nach 1,5 Jahren Gesangsunterricht alles andere als piepsig und klein klingt.
Ich stellte mich, wie ich das also immer machte, in die letzte Reihe, sang immer erst zurückhaltender mit, traute mich aber mit jedem Mal mehr.
Eine Dame aus der Alt-Stimme fühlte sich dort gar nicht wohl und kam während der Probe ebenfalls in den Sopran. Auch hier fiel es ihr schwer die Töne zu halten und zu kriegen.
Die Dame, hinter der ich schon die ganze stand und der ich somit unweigerlich ständig ins Ohr sang, schubste den Neuankömmling neben sich und sagte.
„Hier, sie kann toll singen, die hält die Töne so schön. Hör mal wie sie das macht, das wird dir helfen.“
Verwirrt. Sie meinte mich.
„Du singst wirklich toll, du hast eine ganz zauberhafte Stimme.“

Das, muss ich einfach mal sagen, ging runter wie Öl. Und spornte mich an. Es bestätigt mich, dass es das richtige ist, was ich da gerade tu.
Und genau deswegen freue ich mich nun noch viel mehr auf den Chorauftritt im Theater am alten Markt. Ich hab mir ein neues schwarzes Kleid gekauft, weil wir als  Choroutfit alle was Schwarzes tragen sollen und dazu einen roten Hingucker. Das Tuch hat mir nun meine Mama gegeben.

Beflügelt von diesen Ereignissen ging es dann zum nächsten musikalischen Termin. Der Auftritt mit 2 eigenen Songs bei Kunst gegen Bares. Eine offene Bühne für Künstler jeder Art.

Sascha und ich stellten uns also als Pricefield vor und nahmen zwei unser eigenen Songs mit.

Mutig und voller Elan sangen wir, ganz ohne Mikro, weil nur eines vorhanden war und erfüllten den Raum.Ich fand es toll. Und ich glaube auch die Menschen waren sehr zufrieden. Die Gesichter sahen entspannt aus, der Applaus war gut und zum Schluss kamen für neun Minuten Einsatz für was eigenes ganze 10.22 Euro rum.

Ein paar Menschen schien das, was wir das gemacht haben, gefallen zu haben, auch wenn wir damit nicht gewonnen haben. Aber so ist das Leben. Was neues hat es immer schwer.

Ich hatte richtig viel Spaß und ich mache weiter mit Sascha, dem Chor und allem anderen.

Auch die 2 Männer, die sich das Lachen verkneifen mussten und hochrote Köpfe bekamen, weil irgendetwas tierisch lustig war, haben Freude an unserem Auftritt gehabt. Zumindest habe sie sich lachend amüsiert. Schade das wir keine Comedy-Truppe sind, dann hätten sie auch laut loslachen dürfen. So mussten sie mit ihrem Zwerchfell leise Impulskontrollübungen machen. Das tat sicher später weh.

Wenn Musik die Massen spaltet, dann hat man es geschafft, sagt Jasmin. Denn nichts ist schlimmer, als mit dem Gefühl, ist mir egal, gehört und wahrgenommen zu werden. Gute Musiker provozieren und haben sowohl Menschen, die es mögen, aber auch die, die es hassen oder eben nur urkomisch finden.

Hurra, ich habe eine Chance ;).

Also, ihr lieben Männer mit dem Sauerstoffmangel, ich danke euch, dass ihr mich, uns, wegen was auch immer ausgelacht habt. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Und mit 10 Euro haben wir nicht nur Geld sondern auch ein wenig Selbstvertrauen kassiert. Denn das Geld kam freiwillig von Menschen, die das honoriert haben, was wir tun!

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Gesangsunterricht

Es geht wieder los

von am 24. August 2016

HUUUUURRAAAAA

Die Ferien sind in NRW nun um. Und das bedeutet. Neue Runde Gesangsunterricht. Ich habe Mittwochs endlich wieder Sinn. Ich hab mich heute wirklich sehr darauf gefreut. Vor allem, weil es ja nun an einen neuen Song geht. Ich habe mir die letzten Wochen Gedanken gemacht, was ich denn nun eientlich singen will. So wirklich  viel ist mir nicht eingefallen. Oder eben viel zu viel.

Und da ich mir fast sicher war, das auch die liebe Jasmin was im Gepäck hat, habe ich mich einfach überraschen lassen. Ha, tatsächlich, sie schaute mich mit ihren großen Kulleraugen an und schlug mir einen Song vor. Nachdem so Phrasen wie „du musst aber stark sein“ „auf Hochzeiten singen“ und „deutsch“ fielen, bereitete ich mich auf eine Schnulze vor.

Gegen Deutsch hab ich jetzt nichts, singe ich tatsächlich lieber als Englisch. Aber ne Schulze.

Die ersten Töne erklangen und es war ein sehr souliges Lied.

Von Yvonne Catterfeld „So viel mehr als Liebe“

Alter, was ein schwerer Song. Kopf und Bruststimme zusammen und entspannt. Warum ich das machen soll ist mir klar. Und mir ist klar, dass es mich nur weiterbringen kann.

Solange ich keine Wolken schieben muss, ist alles gut. Ich mag auch den Text und je öfter ich den Song höre, desto besser finde ich ihn.
Wie schon so oft, wenn ich die Vorschläge von Jasmin angenommen habe.

Herausforderung angenommen. Irgendwas wird Jasmin sich wohl dabei gedacht haben! Vielleicht bin ich ja eher die Soulsängerin als die Popkönigin und MetalHexe? Wer weiß das schon.

Wie du mich in den Wahnsinn treibst
Wenn du wieder alles besser weißt
und sagst: „Du wirst schon sehn“
Wenn du ’nen Scherz auf meine Kosten reißt
Und ich vor Lachen keine Antwort weiß
Weil nur wir beides verstehn

Es war ein sehr langer Weg zu dir
Doch jetzt sind wir hier

Du bist so viel mehr als Liebe
Du bist so viel, so viel mehr
Du bist so viel mehr als Liebe
Du bist so viel, so viel mehr

Wie du mich nicht ernst nimmst,
Wenn ich mich zu wichtig nehm
und du nicht hörst, was ich sage
Wie du mich wieder runterziehst,
wenn ich grade zu weit oben flieg
und den Boden verloren hab

Es war ein sehr langer Weg
von mir ganz hin zu dir

Du bist so viel mehr als Liebe
du bist so viel, so viel mehr
Du bist so viel mehr als Liebe
du bist so viel, so viel mehr

Zum Glück bist du nicht wie ich
du bist das Beste für mich
ich kann dir nicht widerstehen
du durchkreuzt meinen Plan
wirfst mich total aus der Bahn
immer wenn wir uns ansehen

du bist so viel, so viel mehr

Du bist so viel mehr als Liebe
du bist so viel, so viel mehr
Du bist so viel mehr als Liebe
du bist so viel, so viel mehr

Du bist so viel mehr als Liebe
du bist so viel, so viel mehr

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Auftritt | Gesangsunterricht | Rampenlicht

Ein virtuelles Tagebuch

von am 12. August 2016

In den letzten Tagen habe ich meinen YouTube Channel erweitert.
Meinen Gesangsunterricht, die Übungen und die Songs, die ich versuche, die halte ich auf diese Art fest. In erster Linie für mich.
Dabei kam jetzt die Frage auf, warum ich das denn mache, wenn es mir doch nicht um Erfolg geht.

In erster Linie geht es natürlich um Dokumentation. Wie Vorher – Nachher – Fotos. Ich halte fest, wie es vorher war und schaue, wie es später klingt. Dafür ist es natürlich wichtig irgendwie auf Altes zurückzugreifen.

Aber als ich für meinen VLog so über mich nachdachte, wurde mir bewusst, warum ich wirklich soviel singe. Es klingt paradox. Aber es ist so. Zum Singen ist es wichtig in den ganzen Körper zu atmen, aufzumachen, weitzuwerden. Das stützt den Ton und man klingt voller.

Für mich bedeutet das, ich muss meine Schmerzen, die ich wegen einer langen Rückengeschichte habe, zuzulassen und genau dorthin zu atmen.

Natürlich tut das dann weh, saumäßig. Aber es ist ein Zeichen, dass ich die richtige Atemtechnik habe.

Wenn ich dann beginne zu singen, vor allem auf einer Bühne, dann passiert etwas, wie ich finde, magisches.

Die Schmerzen sind zwar nicht weg, aber sie treten zurück, sie machen Platz für die Musik und den Gesang und ich empfinde die Schmerzen nicht mehr als belastend. Sie sind da, aber sie sind fast angenehm.

Das klingt bekloppt, ich weiß, aber es ist so. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag singen. Das geht nur leider nicht. Doch ich nutze einfach jede Möglichkeit.

Singen ist meine Schmerztherapie, nur ohne Tabletten.

 

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Pricefield | Rampenlicht

Ich habe es getan, warum?

von am 8. August 2016

Ich bin eine Wiederholungstäterin. Ich habe mich wieder auf  die Bühne gestellt und gesungen. Und ich liebe es eine Rampensau zu sein.
Dieses Mal war es schon eher ein Seelenstriptease. Sascha hat mich bei meinen Solosongs einfach mit der Gitarre begleitet und ich habe gesungen. Wie ich es gefühlt habe, wie ich es interpretiert habe, wie es gerade so rauskam.
Zu Anfang war ich mega nervös. Das ganze war draußen und ich hab den Menschen, die zugehört haben direkt in Gesicht schauen können. Das war schon megaaufregend. Ich konnte sehen, ob sie das mögen, was ich da tu oder nicht. Aber sie lächelten, klatschten und machten mit. Das gab mir unter anderem für Becca – I am Alive die nötige Sicherheit den einfach „Rauszurotzen“.
Es ist so paradox.
Bei dem Soundcheck war ich nervös, hatte Schweißausbrüche und dachte, ne, das packst du nicht. Als aber dann die ersten Töne gesungen waren, war es vorbei.
Ich habe das Gefühl, das es live einfach alles besser klingt als woanders, das ist wie auf Knopfdruck alles da, was ich gelernt habe und irgendwie noch mehr.
Dieses Mal wurde es sogar aufgenommen, so dass ich mich auch mal selbst hören kann und hoffe, das ich so meinen Eindruck bestätigt bekomme.

Fest steht, mir tut Musik gut. Für einen kurzen Moment ist die Welt in Ordnung.
Ich will nicht besser sein als irgendwer, ich will einfach besser sein, als ich gestern noch war.

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Fangirl | Lieblingslied

Ein Künstler, der mich schon lange begleitet

von am 14. Juli 2016

Kennt ihr das auch? Wenn man mal einen Musiker in sein Herz geschlossen hat, weil man die Art der Musik mag, weil die Stimme irgendwie was besonderes hat, weil man besondere Momente mit dem Künstler verbindet, weil die Musik einfach immer wiederkehrt, weil es immer einen passenden Song gibt, der zu einer Lebenslage passt, dann kehrt man immer wieder zu diesem Künstler zurück. Man fangirlt die Musik, den Menschen und verfolgt was so um den Mensch geschieht.

Ich hab da vor allem 2 Musiker, die ich schon ewig mag. Rolf Zuckowski, der mich durch alles geführt hat, was ich bisher erlebt habe. Und Ronan Keating. Er begann seine Karriere bei einer Boyband, und mauserte sich schnell zum Solokünstler. Seit seinem ersten Album aus dem Jahr 2000 „Ronan“ kaufe ich mir jede CD. Und obwohl ja mittlerweile mp3 Dateien ganz hoch im Kurs stehen, weg von der guten alten CD, es Spotify und Konsorten gibt, ist er es doch immer wieder wert, das ich mir die CDs kaufe. Auch das neue Album „Time of my life“ ist so ein Kandidat. 12 Songs sind auf dem Album, 42 Minuten Laufzeit, wird das wohl der Soundtrack meines Sommers 2016.

Von den üblichen Liebeslieder, poppigen Songs und dem ein oder anderen Song der so ein bisschen Countryklänge beinhaltet, bietet das Album wirklich eine angenehme Mischung aus Leichtigkeit und gute Laune Songs, aus Trämereien am lauen Sommerabend und tanzbaren Klängen. Alles mit Ronans unverkennbarer, angenehmer Stimme, viel Gitarrenklängen und handfester guter, selbstgemachter Musik, die ganz ohne Synthesizer auskommt. Ich liebe dieses Album. Und wenn ich ganz ehrlich bin, wird es nicht nur mein Sommersoundtrack, der ein oder andere Song geht sicher auch in meinen Lebenssoundtrack ein. Wie „Let me love you“.

Last thing I know you were traveling now
Seeing the world,
Not touching the ground,
I saw you in a photograph
I never said what I needed to say
I left it till late and you slipped away
Some of us don’t go on
There were flames through the roof
You walked in the room
So, let me love you
Now I know what love is for
I don’t need to search no more
I never ever felt so sure
So, let me love you
Should’ve told you long before
Now I know what love is for

 

https://www.youtube.com/watch?v=wCGlfXGSdc8

 

Welche Musik begleitet euch denn diesen Sommer?

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Auftritt | Chor | Lebensgefühl | Sing lauter

„Diesen Kuss der ganzen Welt!“

von am 9. Juli 2016

Heute war Chorprobe. Ich freue mich wirklich, dass ich mich für diesen Chor entschieden habe. Ich gehe darin auf, fordere mich und neben dem Gesangsunterricht ist es eine tolle Möglichkeit etwas aus eigener Kraft zu leisten. Ich betrachte das Singen als Therapiebegleitung um mich mit meinen Rückenschmerzen zu arrangieren und irgendwann trotz der Schmerzen vielleicht wieder stundenweise Arbeiten zu gehen. Ich liebe alles an dieser Herausforderung.
Ich atme in die Schmerzen, muss sie zum Singen zulassen und es lenkt, so paradox das auch klingt, von den Schmerzen ab.

Heute war die letzte Chorprobe vor den Ferien. Und irgendwie war alles anders. Wir sind durch einen anderen Eingang hinein gegangen und während wir eintraten mussten wir unsere Namen nennen, damit wir abgehakt wurden.

Denn irgendwie wurde in ganz Bielefeld demonstriert. Eine rechte Demo „Bielefelder Bürgerwille“ und natürlich dazu eine Gegendemo „Bielefeld stellt sich quer“.

Zunächst gestaltete sich die Porbe ganz normal. Lockern, einsingen, bewegen. Als wir uns dann Stühle holen sollten kam die Ansage, die Theatermitarbeiter treffen sich auf dem Balkon um gegen die rechte Demo zu singen. Und wir als neuer Chor wurden dazu eingeladen mitzumachen. Irgendwie witzig, denn mit einer Dame hatte ich mich vor Beginn der Probe noch darüber unterhalten, dass wir ja gegen die am Rathaus ansingen könnten. Nun bekamen wir die Chance.

Pünktlich als die braune Masse zum Rathaus abbog stellten sich alle Sänger und einige Blechbläser auf den Balkon und sangen in einer endlos Dauerschleife „Freude schöner Götterfunke/Ode an die Freude“

Schilder mit „Diesen Kuss der ganzen Welt“ wurden hochgehalten. Ein Banner mit der Aufschrift „Für Toleranz und Weltoffenheit“ wurde ausgerollt.

Ich sang natürlich, wie alle anderen, aus voller Brust mit. Und obwohl es brütend heiß in der prallen Sonne war erfasste mich eine Gänsehaut. Es war so ergreifend. Wir waren tatsächlich lauter als die rechte Demonstranten. Man spürte eine Art Magie und Stärke auf diesem Balkon. Man fühlte sich gut, man lächelte, wir hielten zusammen. Völlig Fremde, die zufällig im Theater zu dieser Zeit waren, sangen gemeinsam gegen etwas an. Ohne Gewalt trugen wir die Botschaft nach Draußen: „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt“. Etwa 30 Minuten, bis die Demonstranten endlich mit ihrer Kundgebung zu Ende waren, sangen wir immer wieder das Lied und hielten das passende Zitat aus Schillers Gedicht „An die Freude“ hoch.

Der erste Auftritt unseres Chors sozusagen.
Ich fand diese Aktion richtig gut, denn genau das will das Chorprojekt „One Voice“ ja zeigen. Wir sind weltoffen, eins in der Musik und gemeinsam klingen wir wie eine Stimme.

Auch ein erster richtiger Auftritt steht schon an.

Am 18. September zum Abrahmefest in Bielefeld.

Religionen, die sich aus dem alten Testament entwickelt haben feiern dieses Fest das 4. Mal. 2011 bekam Bielefeld dafür sogar den Integrationspreis verliehen. Juden, Christen und Muslime, also alle die, die Abraham als „Urvater“ ihrer Religion ansehen, feiern gemeinsame ihren Ursprung des Glaubens. „One Voice“ tritt  zu diesem Anlass am 18. September im „Theater am alten Markt“ auf.
Ich freue mich so sehr darauf. Das ist genau das, was ich machen wollte.

Alle diese Erfahrungen zeigen mir, dass meine Idee „Sing lauter“ einfach goldrichtig ist.

Dazu berichte ich euch bald mehr. Aber im Grunde ist es das, was ich heute erlebt habe. Lauter im Singen sein, als die, die einen Mobben.

Wie ich das starte, weiß ich noch nicht. Wenn ihr Lust auf so ein Projekt habt und mir helfen möchtet, dann meldet euch doch einfach bei mir. Oder postet mir einfach unter diesen Beitrag.

<3

Ich wünsche euch einen tollen Sommer voller Musikgefühl!

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Gesangsunterricht

Sag niemals nie

von am 29. Juni 2016

Der Gesangsunterricht bekommt mir wohl nicht. Anders kann ich mir mein Verhalten nicht erklären. Ich bin ja schon eher die mit den lauten Tönen. Harte Gitarren, rockige Frontfrauen.
Aber Jasmin scheint eine Zauberin zu sein. Oder sie brennt in unserem Unterrichtsraum nicht nur irgendwelche schnöden Kerzen ab. Anders kann ich mir das einfach nicht erklären.
Immer wenn sie Lieder vorschlägt, die ich doch mal probieren könnte, bin ich eigentlich immer skeptisch. Es sind Songs, die ich zwar kenne, aber nie wirklich auf meiner Liste habe. Ich höre sei, sie gehören aber nicht zu den Songs, die ich auf Biegen und Brechen machen will.
Denke ich. So ging es mir mit Adele und Skyfall, aber auch Hello. So ging es mir nun auch mit der Schnulze „A thousand years“ aus dem Twighlight OST von Christina Perri.
Je öfter ich den Song höre, je öfte ich ihn probe, desto besser finde ich ihn. Und ich erwische mich dabei, wie ich ihn einfach gedankenlos vor mich hinsumme.
Wieder einmal beweist sich also, dass keine Musik schlecht ist. Man muss sich auf die Songs einfach nur einlassen und das ganze Leben wird reicher im Klang.
Also ihr Lieben. Schränkt euch nicht nur auf eine Musikrichtung ein, denn je offener ihr seid, desto erfüllter wird euer Leben!

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