Chor | Rampenlicht

Der erste Chorauftritt

von am 29. September 2016

Der erste Chorauftritt ist nun wieder fast 2 Wochen her, aber ich zehre noch heute davon. Zum einen tut es nach der vielen Anstrengung noch immer derbst in der Hüfte weh, aber wenn ich mich an den Auftritt im Theater am alten Markt in Bielefeld erinner, dann muss ich lächeln.

3 Wochen proben für 5 Minuten auf den Brettern, die die ganze Welt für mich bedeuten! Ich stand ganz hinten, weil 4 von meinen Mitsopranos meine Stimme brauchten um ihren Ton zu bekommen. Das tat so gut.

Großer Applaus, rufe nach Zugabe, viel Lob und ein nächster Auftritt.

Am 4. Advent, 18. Dezember singen wir Weihnachtslieder auf dem alten Marktplatz.
Ich freue mich schon riesig und bin froh ein Teil von etwas Großartigem zu sein!

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Auftritt | Chor | Pricefield | Rampenlicht

Die Achterbahn der Gefühle

von am 5. September 2016

Das letzte Wochenende war für mein Musikgefühl eine wahre Herausforderung.

Es brachte mir Gänsehaut vor Freude, aber auch einen Kloß in den Hals vor Wut. Und das alles innerhalb von 6 Stunden.

Aber lasst mich doch mal von Anfang an erzählen.

Am Samstag war es wieder soweit. Die erste Chorprobe mit „OneVoice“ fand statt. Darauf hatte ich mich so gefreut. Die Proben für das Abrahamsfest in Bielefeld am 18. September starteten jetzt.
„Ode an die Freude“ war das erste Lied, was wir probten. Und ich in meinem geliebten Sopran, der nach 1,5 Jahren Gesangsunterricht alles andere als piepsig und klein klingt.
Ich stellte mich, wie ich das also immer machte, in die letzte Reihe, sang immer erst zurückhaltender mit, traute mich aber mit jedem Mal mehr.
Eine Dame aus der Alt-Stimme fühlte sich dort gar nicht wohl und kam während der Probe ebenfalls in den Sopran. Auch hier fiel es ihr schwer die Töne zu halten und zu kriegen.
Die Dame, hinter der ich schon die ganze stand und der ich somit unweigerlich ständig ins Ohr sang, schubste den Neuankömmling neben sich und sagte.
„Hier, sie kann toll singen, die hält die Töne so schön. Hör mal wie sie das macht, das wird dir helfen.“
Verwirrt. Sie meinte mich.
„Du singst wirklich toll, du hast eine ganz zauberhafte Stimme.“

Das, muss ich einfach mal sagen, ging runter wie Öl. Und spornte mich an. Es bestätigt mich, dass es das richtige ist, was ich da gerade tu.
Und genau deswegen freue ich mich nun noch viel mehr auf den Chorauftritt im Theater am alten Markt. Ich hab mir ein neues schwarzes Kleid gekauft, weil wir als  Choroutfit alle was Schwarzes tragen sollen und dazu einen roten Hingucker. Das Tuch hat mir nun meine Mama gegeben.

Beflügelt von diesen Ereignissen ging es dann zum nächsten musikalischen Termin. Der Auftritt mit 2 eigenen Songs bei Kunst gegen Bares. Eine offene Bühne für Künstler jeder Art.

Sascha und ich stellten uns also als Pricefield vor und nahmen zwei unser eigenen Songs mit.

Mutig und voller Elan sangen wir, ganz ohne Mikro, weil nur eines vorhanden war und erfüllten den Raum.Ich fand es toll. Und ich glaube auch die Menschen waren sehr zufrieden. Die Gesichter sahen entspannt aus, der Applaus war gut und zum Schluss kamen für neun Minuten Einsatz für was eigenes ganze 10.22 Euro rum.

Ein paar Menschen schien das, was wir das gemacht haben, gefallen zu haben, auch wenn wir damit nicht gewonnen haben. Aber so ist das Leben. Was neues hat es immer schwer.

Ich hatte richtig viel Spaß und ich mache weiter mit Sascha, dem Chor und allem anderen.

Auch die 2 Männer, die sich das Lachen verkneifen mussten und hochrote Köpfe bekamen, weil irgendetwas tierisch lustig war, haben Freude an unserem Auftritt gehabt. Zumindest habe sie sich lachend amüsiert. Schade das wir keine Comedy-Truppe sind, dann hätten sie auch laut loslachen dürfen. So mussten sie mit ihrem Zwerchfell leise Impulskontrollübungen machen. Das tat sicher später weh.

Wenn Musik die Massen spaltet, dann hat man es geschafft, sagt Jasmin. Denn nichts ist schlimmer, als mit dem Gefühl, ist mir egal, gehört und wahrgenommen zu werden. Gute Musiker provozieren und haben sowohl Menschen, die es mögen, aber auch die, die es hassen oder eben nur urkomisch finden.

Hurra, ich habe eine Chance ;).

Also, ihr lieben Männer mit dem Sauerstoffmangel, ich danke euch, dass ihr mich, uns, wegen was auch immer ausgelacht habt. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Und mit 10 Euro haben wir nicht nur Geld sondern auch ein wenig Selbstvertrauen kassiert. Denn das Geld kam freiwillig von Menschen, die das honoriert haben, was wir tun!

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Auftritt | Gesangsunterricht | Rampenlicht

Ein virtuelles Tagebuch

von am 12. August 2016

In den letzten Tagen habe ich meinen YouTube Channel erweitert.
Meinen Gesangsunterricht, die Übungen und die Songs, die ich versuche, die halte ich auf diese Art fest. In erster Linie für mich.
Dabei kam jetzt die Frage auf, warum ich das denn mache, wenn es mir doch nicht um Erfolg geht.

In erster Linie geht es natürlich um Dokumentation. Wie Vorher – Nachher – Fotos. Ich halte fest, wie es vorher war und schaue, wie es später klingt. Dafür ist es natürlich wichtig irgendwie auf Altes zurückzugreifen.

Aber als ich für meinen VLog so über mich nachdachte, wurde mir bewusst, warum ich wirklich soviel singe. Es klingt paradox. Aber es ist so. Zum Singen ist es wichtig in den ganzen Körper zu atmen, aufzumachen, weitzuwerden. Das stützt den Ton und man klingt voller.

Für mich bedeutet das, ich muss meine Schmerzen, die ich wegen einer langen Rückengeschichte habe, zuzulassen und genau dorthin zu atmen.

Natürlich tut das dann weh, saumäßig. Aber es ist ein Zeichen, dass ich die richtige Atemtechnik habe.

Wenn ich dann beginne zu singen, vor allem auf einer Bühne, dann passiert etwas, wie ich finde, magisches.

Die Schmerzen sind zwar nicht weg, aber sie treten zurück, sie machen Platz für die Musik und den Gesang und ich empfinde die Schmerzen nicht mehr als belastend. Sie sind da, aber sie sind fast angenehm.

Das klingt bekloppt, ich weiß, aber es ist so. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag singen. Das geht nur leider nicht. Doch ich nutze einfach jede Möglichkeit.

Singen ist meine Schmerztherapie, nur ohne Tabletten.

 

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Pricefield | Rampenlicht

Ich habe es getan, warum?

von am 8. August 2016

Ich bin eine Wiederholungstäterin. Ich habe mich wieder auf  die Bühne gestellt und gesungen. Und ich liebe es eine Rampensau zu sein.
Dieses Mal war es schon eher ein Seelenstriptease. Sascha hat mich bei meinen Solosongs einfach mit der Gitarre begleitet und ich habe gesungen. Wie ich es gefühlt habe, wie ich es interpretiert habe, wie es gerade so rauskam.
Zu Anfang war ich mega nervös. Das ganze war draußen und ich hab den Menschen, die zugehört haben direkt in Gesicht schauen können. Das war schon megaaufregend. Ich konnte sehen, ob sie das mögen, was ich da tu oder nicht. Aber sie lächelten, klatschten und machten mit. Das gab mir unter anderem für Becca – I am Alive die nötige Sicherheit den einfach „Rauszurotzen“.
Es ist so paradox.
Bei dem Soundcheck war ich nervös, hatte Schweißausbrüche und dachte, ne, das packst du nicht. Als aber dann die ersten Töne gesungen waren, war es vorbei.
Ich habe das Gefühl, das es live einfach alles besser klingt als woanders, das ist wie auf Knopfdruck alles da, was ich gelernt habe und irgendwie noch mehr.
Dieses Mal wurde es sogar aufgenommen, so dass ich mich auch mal selbst hören kann und hoffe, das ich so meinen Eindruck bestätigt bekomme.

Fest steht, mir tut Musik gut. Für einen kurzen Moment ist die Welt in Ordnung.
Ich will nicht besser sein als irgendwer, ich will einfach besser sein, als ich gestern noch war.

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Auftritt | Pricefield | Rampenlicht

Mutig nach vorne

von am 6. Juni 2016

Gestern hab ich es getan. 

Während ich Sascha in unserem Singer Songwriter Projekt Pricefield eher im Hintergrund und Background unterstützt, allerhöchstens mal ein paar Zeilen gesungen habe, ist es gestern geschehen. Mutig habe ich mich auf die Bühne ins Scheinwerferlicht gestellt.

Natürlich bin ich nicht die größte Sängerin. Vielleicht sitzt auch mal ein Ton nicht so ganz, wo er hingehört, da war auch eine Textzeile weg. Aber ich hatte da Bock drauf. Zu Neudeutsch heißt das Yolo. In einem Lied heißt es:

Ich bin ich werd nie ein anderer sein. Ich bin ich dies ist mein Leben und mir wird keine Stunde je zurück gegeben.

Ich werde mir von keinem verbieten lassen zu singen. Es war nicht schlecht, aber sicher auch nicht perfekt.

Ich hab Leidenschaft in diesen Auftritt gelegt und mein bestes gegeben. Es wurde laut applaudiert und gegrölt.

„I’m Alive“

Ich lebe nur dieses eine mal und ich will in diesem Leben alles machen, was mich erfüllt und was mein Herz mir sagt, ich soll das tun.

Mein Herz sagt, es will wieder auf die Bühne. Ich will singen. Ich will meine Seele singen lassen und mein Lebensgefühl vermitteln. 

Keiner darf mir sagen wer ich bin und was ich darf.

Ich bin Claudia und ich bin Sängerin!

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