Auftritt | Chor

Die ganz große Bühne und die kleinen, leisen Zwischentöne

von am 5. September 2017

Wochenlange Vorbereitungen lagen hinter uns. Mit uns meine ich den Chor OneVoice aus Bielefeld unter der Leitung von der zauberhaften Kerstin Tölle.

Ich ging in diesen Vorbereitungen total auf. Das war sozusagen der Anker in meinen Sommerferien.  Ich habe mir immer wieder die Aufnahmen angehört, habe in die Noten geschaut, habe die Sachen gesungen.

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Viele Stunden Vorbereitung. „Let me entertain you“ von Robby Williams sogar ein Jahr (der flog dann zu guter Letzt doch von der Liste) für 10 Minuten auf der ganz großen Bühne im Stadttheater Bielefeld.

Ich will jetzt gar nicht die kompletten Proben hier beschreiben. Viel mehr möchte ich diesen Blogbeitrag dazu nutzen vom Auftritt zu erzählen.

Am Samstag den 2. September um viertel nach fünf war es soweit. Der Auftritt um unsere akustische Visitenkarte den Menschen zu überreichen war gekommen. Aber kein Auftritt ohne Einsingen. Dafür versammelten wir uns um 16 Uhr erst einmal im Chorsaal.

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Zugegeben, ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig Herzklopfen und war tüchtig nervös. Was wäre, wenn ich den Text vergesse, hinfalle oder sonstige Scherze?
Aber ein wenig atmen, einsingen und gemeinsames Lachen half mir sehr. Wir sangen alle 4 Lieder noch einmal durch, bekamen letzte Tipps und los ging es in die Kantine, wo wir auf den Auftritt warteten.

Etwa 3 Minuten standen wir in dem schmalen Gang Richtung Theaterbühne. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind zu Weihnachten kurz vor der Bescherung. Das hatte ich mir immer erträumt. Ich, einmal auf dieser Bühne zu stehen und zu singen.

Ja, ich weiß, wegen meiner „Behinderung“ ging ich lieber auf Nummer sicher und saß auf dieser großartigen Bühne, aber ich atmete diese Luft, ich schaute in diesen Zuschauerraum mit vielen Menschen, die uns erwartungsvoll ansahen. Ganz kurz rutschte mir das Herz in die schwarze Legging. Aber dann erinnerte ich mich an Kerstins Worte:

„Egal was passiert, habt einfach Spaß auf der Bühne!“

Und kaum war der erste Ton von Scat Calypso gesungen fiel alles ab und ich hatte Spaß. Es erfüllte mich so sehr und alle Anspannungen, die mir die letzten Wochen so sehr zu schaffen gemacht hatten, waren wie weggeblasen. In diesem Falle wohl eher wie weggesungen.

Leider waren diese 4 Lieder viel zu schnell vorbei und als die letzten Takte von „Ode an die Freude“ erklungen, war mir doch ein wenig schwermütig ums Herz.
Das ging viel zu schnell vorbei und ich finde, es muss ganz schnell wiederholt werden.
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Voller Stolz holten wir uns den Beifall ab und hörten den einen oder anderen Zugabe Ruf.
Ich war voll mit Emotionen und habe natürlich auch meine Mama im Herzen gehabt, der das bestimmt gefallen hätte, was da zu hören war.

Applaus und Zugaberufe zeigten in jedem Fall schon einmal, dass wir unsere Sache gut gemacht haben. Aber viel mehr bedeutete mir diese fremde, nette Frau, die vor dem Theater auf mich zukam, mich anlächelte und sagte:

„Das war so schön! Dankeschön!“

Das ging tatsächlich runter wie Öl und berührte mich sehr.

Der Chor war bisher die beste Entscheidung meines Lebens. Ich bin gerne ein Spanferkel mit Apfel im Mund. Singe wie eine Geige in einem Horrorfilm und stelle mir vor, ich sei auf einem LSD Trip.

Ich liebe die Choruschis, die mit mir diese Momente teilen, es erfüllt mich mit Ruhe, zu singen und zu atmen. Es erdet mich und ich freue mich alle 2 Wochen neu auf die Probe mit einer Chorleitung, die wie ein Engel in mein Leben getreten ist. Sie weiß wahrscheinlich nicht einmal, wie wichtig sie mir ist. Aber sie weiß sicher auch nicht, dass sie ein Engel ist!

Ich finde, das schreit ganz bald nach einer Wiederholung und ich bin ja ganz ehrlich, ich warte heimlich auf die Mail, das zu Weihnachten irgendetwas auf dem Plan steht!

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Chor | Gesangsunterricht | Lebensgefühl | Sing lauter | Songwriting

Und was trägt ist die Musik

von am 12. Juni 2017

Hier ist es still, aber ich bin es nicht. Ich singe. Ich bleib am Ball.

Und das in jedem Bereich. Ich splitte einfach mal und berichte.
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Der Proberaum kostet zwar Geld, aber es war genau das richtige, um mit unseren Songs voranzukommen. Wir schreiben Texte, probieren rum und testen aus. Alle Texte kommen tief aus meiner Seele. Alles, was ich nicht sagen kann, das singe ich. Und es tut gut. So entstand zum Beispiel die letzten Wochen ein Song für meine Nichten Ella und Lara. „When you smile with your Heart“

Einer von 10 fertigen Songs. 2 entstehen noch. Und dann? Ein Album zum Download? Wer weiß?

Chor 

 

Der Chor, meine Heimat, meine Wohlfühlzone und Rückzugsort. Wir arbeiten Songs für das Sommerfest im Theater aus. Sogar französisch wird dabei sein. Ich arbeite an mir. Und es erdet mich. Eine Aufgabe zu haben, die ich trotz Behinderung erfüllen kann. Und dank der wundervollen Chorleiterin Kerstin kommt regelmäßig Sonnenschein in mein Leben, einfach, weil sie ist wie sie ist. Man sollte sie auf Rezept verschreiben können.

Ich bin im Sopran so etwas wie die „Taktangeberin“ und nach einem Jahr hab ich endlich ein paar Menschen mit denen ich rede. Ihr wisst, ich tu mir schwer.

Und auch wenn das mit dem Tanzen und dem Stehen nicht klappt, wegen Bein und Rücken, weiß ich, es lohnt sich alles.
„wenn man in dein strahlendes Gesicht sieht, dann ist es so, als würdest du tanzen“
Kerstin ist einfach zauberhaft.

Gesangsunterricht 

Da ich nicht mit mir zufrieden war, hat mein Welpe eben seine erste Lektion gelernt 😂 #vocaltraining

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Jasmin, die beste die es gibt. Sie war in den letzten  Wochen die, die mich wohl am besten verstanden hat. Ohne das ich auch nur ein Wort gesagt habe. Zufall oder Wissen? Gute Menschenkenntnis oder einfach nur Glück? Keine Ahnung. Aber Jasmin hat stets das richtige Rezept, in jeder Lebenslage, einfach durch die Musik. Und das motiviert total immer besser zu werden.

Ella Fitzgerald hab ich abgeschlossen, im Moment erarbeite ich mir in meiner Bruststimme Tina Dico.

Musik


Und ansonsten höre ich viel Musik. Denn Musik ist und bleibt weiterhin mein Lebensweg Begleiter. Für jede Situation. Im Moment höre ich wieder viel Rolf Zuckowski aber auch Wincent Weiss. Denn da müsste einfach immer und überall Musik sein.

#InstaSmule #Smule #Sing #Karaoke #Musiksein

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Auftritt | Chor | Lebensgefühl | Sing lauter

Ein Gefühlschaos und Musik

von am 31. Dezember 2016

Weihnachten, eine Zeit voller Musik. Ich habe gesungen, wie in meinem ganzen Leben noch nicht und habe festgestellt: Musikgefühl gibt es. Einmal channeled Musik Gefühle. Und Gefühle suchen sich ihre Musik.

Der 12.12.2016. Was ein beschissenes Datum. Meine Mama ist gestorben. Friedlich, still und in Ruhe. Sie fiel in Ohnmacht, das Herz blieb stehen und sie kam nicht mehr zurück. Dankbarer und Versöhnlicher kann der Tod ja einfach nicht kommen, oder?

Ich steckte gerade in den Vorbereitungen zum Weihnachtachtsauftritt des Chors. Ich probte für den Gesangstunterricht „Fields of Gold“ und in meinen Gefühlen brach das Chaos aus.

„Fields of Gold“ bekam nun eine tieferen Sinn und es wird mir wahrscheinlich schwer fallen, es je wieder zu singen. Den Gesangsunterricht brauchte ich nach dem Tod meiner Mama jedoch, so dass ich mit Jasmin nochmals an den Song ging…. All meine Gefühle flossen in den Song… Und er klang wie er klingen sollten. Und es war das schwerste, was ich je getan habe. Gefühle zulassen. Das geht nach wie vor nur durch den Katalysator Musik.

Und ein paar Tage später war der Chorauftritt. „Wenn ich ein Glöcklein wär“. Ein Ave Maria, auf das sich meine Mama so sehr gefreut hat. Es war mir so wichtig es durchzuziehen, gleichzeitig wusste ich jedoch, das würde nicht einfach werden. In den Proben war ich den Tränen nahe, aber beim Auftritt schmetterte ich mein Ave Maria in den Weihnachtshimmel, dass sie sicher stolz auf mich war.

Nach dem Auftritt jedoch, da brachen alle Dämme, ich musste weinen. Da blieb nur nich ein Danke an meine Chorleiterin sagen und sich schnell aus dem Staub zu machen. Das Gefühlschaos von Stolz bis unendlicher Traurigkeit war nicht auszuhalten!

Und wie geht es nun weiter?

Ich mache weiter. Ich freue mich nach drei harten Wochen auf ein wenig Normalität in meinm Leben.

In der 2. Januar Woche geht alles wieder los. Ich sehe Jasmin, ich sehe Kerstin und ich singe weiter. Es braucht einfach von mir mehr Gefühl, damit es gut wird. Vielleicht hat Mama mir das nun beigebracht… Wer weiß, vielleicht kann ich das nun ein wenig mehr zulassen, damit ich sie oben auf der Wolke stolz machen kann und sie lächelnd zu mir runterblickt.

In den letzten Tagen hab ich ein Album gefunden, was mich musikalisches begleitet im Jahreswechsel. Lebenssoundtrack ist so wichtig. Christina Stürmers Album Seite an Seite.

Das alles habe ich vielleicht mit meiner Mama gemacht. Aber sie bleibt an meiner Seite und diese Verbundeheit kann ich musikalisch ausdrücken. Denn Reden war noch nie meine Stärke.

Geht ihr mit mir diesen Weg? Lasst es mich wissen, denn Seite an Seite ist viel schöner als allein.

Mit dem Chor, mit Kerstin, mit Jasmin gehe ich weiter, Seite an Seite. Weil mit Musik alles besser geht und einen trägt.
Denn wenn Wörter nichts mehr sagen, dann sagt Musik einfach alles!

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Chor | Gesangsunterricht

Nächste Stationen

von am 4. November 2016

Es ist soooo viel passiert und ich gehe meinen Weg in der Musik. Und das erfüllt mich mit unendlicher Freude.

Der Chor macht unendlich viel Spaß. Wir erarbeiten und Robbie Williams mit „Let me entertain you“ und ich bin von mir selbst verblüfft, dass ich das Lied tatsächlich mag.
Heute kam die Mail von Kerstin. Ab Morgen werden wir uns an den ersten Weihnachtssong setzen für den 18. Dezember.

„White Christmas“ wird es sein. Ich freue mich so sehr darauf, das ich heuten gleich mal angefangen habe es zu üben. Es ist sicher keine Chorversion, aber diese Swingversion mag ich auch sehr.
Das muss ich dann nur weicher singen, dann funktioniert das auf jeden Fall.

 

Dann übe ich im Gesangsunterricht mittlerweile einen Klassiker von Sting.  Eine Coverversion von „Fields of Gold“ von Eva Cassidy. Es ist wirklich schön und schwer. Die erste Probe war jetzt nicht so pralle, aber mir ging es vom Kopf auch nicht so toll. Der Knoten ist aber geplatzt und Mittwoch bin ich guter Dinge, dass es klaptt. Vorgestern haben wir es mal aufgenommen, da gefiel mir persönlich nur der letzte Rest, aber es ist ausbaufähig.


Fields of Gold von cmepinky

 

Und dann ist da noch meine persönliche Challenge. „Defiyng Gravity“. Mit Sascha im Duett. Ich hab mich ein wenig hängen lassen. Aber ich bin wieder da und motivierter denn je an mir zu arbeiten. Denn das alles erfüllt mich mit Stolz und Glück.

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Chor | Gesangsunterricht | Lieblingslied | Sing lauter

Neue Herausforderungen

von am 5. Oktober 2016

Wenn Jasmin mit neuen Songs kommt, die ich unbedingt doch mal singen sollte, dann muss ich doch immer Schlucken.
Adele? Idina Menzel? Puh, harte Nüsse. Und immer die Frage. Kann ich das? Und dann die Antwort von Jasmin:
„Willst du es können? Dann kannst du es auch!“

Und bisher hatte sie recht. Sogar Yvonne Catterfelds jazziger Song „Soviel mehr als Liebe“ klingt so, wie ich es von mir nie erwartet hätte. Vor sechs Wochen saß ich noch beim Gesangsunterricht und behauptet selbst:
„Das kann ich nicht!“

Und ich habe Bullshit gelabert. Ich kann es. Endlich haben meine Chorkopfstimme und meine Bruststimme zueinander gefunden. Ganz plötzlich. Ich wusste ja, die Kopfstimme funktioniuert schön im Chor. Bestätigung bekam ich dafür in den letzten Wochen genug. Meine Bruststimme habe ich in den letzten Monaten kennegelernt und ich liebe diese volle, runde Stimme. Nur der Übergang in der Mischstimme war immer sehr hart und abgehackt. Dank Mi li li, nü si nü und nu no na ne ni i i i i wird dieser Übergang fließend und eröffnet mir ganz viele neue Möglichkeiten.
„Let it go“ klingt ungewohnt neu für mich, wenn ich den jetzt singe, bei Adele mache ich mir selbst Gänsehaut und die Catterfeld (sagt es aber keinem weiter) mag ich sehr.

Die Catterfeld ist noch nicht abgeschlossen. In drei Wochen geht es damit weiter. Im Chor singen wir jetzt „Let me entertain you“ von Robbi Williams und auch dieses, was vorher unmöglich schien, funktioniert jetzt.

Und auch ich habe mir eine Herausforderung gestellt.

„Defying Gravity“ aus dem Wicked Musical. Das kenne ich noch nicht so lange, aber es scheint machbarer als die Menzel mit „Let it go“ zu sein.
Und wenn mir jemand anders als ich sagt: „Das kannst du nicht!“, dann werde ich ja zur weiblichen Marty McFly!

Und der eine Satz stimmt wie die Faust aufs Auge:

Ich bin es so Leid mir von anderen sagen zu lassen, was ich kann! Ich kann und ich werde alles versuchen, was ich für wichtig und richtig halte! Das mag arrogant und eingebildet klingen, aber soll ich euch allen was sagen? Solange es mich und mein Leben erfüllt und reicher macht, könnt ihr mich mal gehörig am Arsch lecken.

Sorry, für die harten Worte, aber:

„I’m through with playing by
The rules of someone else’s game“

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Chor | Rampenlicht

Der erste Chorauftritt

von am 29. September 2016

Der erste Chorauftritt ist nun wieder fast 2 Wochen her, aber ich zehre noch heute davon. Zum einen tut es nach der vielen Anstrengung noch immer derbst in der Hüfte weh, aber wenn ich mich an den Auftritt im Theater am alten Markt in Bielefeld erinner, dann muss ich lächeln.

3 Wochen proben für 5 Minuten auf den Brettern, die die ganze Welt für mich bedeuten! Ich stand ganz hinten, weil 4 von meinen Mitsopranos meine Stimme brauchten um ihren Ton zu bekommen. Das tat so gut.

Großer Applaus, rufe nach Zugabe, viel Lob und ein nächster Auftritt.

Am 4. Advent, 18. Dezember singen wir Weihnachtslieder auf dem alten Marktplatz.
Ich freue mich schon riesig und bin froh ein Teil von etwas Großartigem zu sein!

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Auftritt | Chor | Pricefield | Rampenlicht

Die Achterbahn der Gefühle

von am 5. September 2016

Das letzte Wochenende war für mein Musikgefühl eine wahre Herausforderung.

Es brachte mir Gänsehaut vor Freude, aber auch einen Kloß in den Hals vor Wut. Und das alles innerhalb von 6 Stunden.

Aber lasst mich doch mal von Anfang an erzählen.

Am Samstag war es wieder soweit. Die erste Chorprobe mit „OneVoice“ fand statt. Darauf hatte ich mich so gefreut. Die Proben für das Abrahamsfest in Bielefeld am 18. September starteten jetzt.
„Ode an die Freude“ war das erste Lied, was wir probten. Und ich in meinem geliebten Sopran, der nach 1,5 Jahren Gesangsunterricht alles andere als piepsig und klein klingt.
Ich stellte mich, wie ich das also immer machte, in die letzte Reihe, sang immer erst zurückhaltender mit, traute mich aber mit jedem Mal mehr.
Eine Dame aus der Alt-Stimme fühlte sich dort gar nicht wohl und kam während der Probe ebenfalls in den Sopran. Auch hier fiel es ihr schwer die Töne zu halten und zu kriegen.
Die Dame, hinter der ich schon die ganze stand und der ich somit unweigerlich ständig ins Ohr sang, schubste den Neuankömmling neben sich und sagte.
„Hier, sie kann toll singen, die hält die Töne so schön. Hör mal wie sie das macht, das wird dir helfen.“
Verwirrt. Sie meinte mich.
„Du singst wirklich toll, du hast eine ganz zauberhafte Stimme.“

Das, muss ich einfach mal sagen, ging runter wie Öl. Und spornte mich an. Es bestätigt mich, dass es das richtige ist, was ich da gerade tu.
Und genau deswegen freue ich mich nun noch viel mehr auf den Chorauftritt im Theater am alten Markt. Ich hab mir ein neues schwarzes Kleid gekauft, weil wir als  Choroutfit alle was Schwarzes tragen sollen und dazu einen roten Hingucker. Das Tuch hat mir nun meine Mama gegeben.

Beflügelt von diesen Ereignissen ging es dann zum nächsten musikalischen Termin. Der Auftritt mit 2 eigenen Songs bei Kunst gegen Bares. Eine offene Bühne für Künstler jeder Art.

Sascha und ich stellten uns also als Pricefield vor und nahmen zwei unser eigenen Songs mit.

Mutig und voller Elan sangen wir, ganz ohne Mikro, weil nur eines vorhanden war und erfüllten den Raum.Ich fand es toll. Und ich glaube auch die Menschen waren sehr zufrieden. Die Gesichter sahen entspannt aus, der Applaus war gut und zum Schluss kamen für neun Minuten Einsatz für was eigenes ganze 10.22 Euro rum.

Ein paar Menschen schien das, was wir das gemacht haben, gefallen zu haben, auch wenn wir damit nicht gewonnen haben. Aber so ist das Leben. Was neues hat es immer schwer.

Ich hatte richtig viel Spaß und ich mache weiter mit Sascha, dem Chor und allem anderen.

Auch die 2 Männer, die sich das Lachen verkneifen mussten und hochrote Köpfe bekamen, weil irgendetwas tierisch lustig war, haben Freude an unserem Auftritt gehabt. Zumindest habe sie sich lachend amüsiert. Schade das wir keine Comedy-Truppe sind, dann hätten sie auch laut loslachen dürfen. So mussten sie mit ihrem Zwerchfell leise Impulskontrollübungen machen. Das tat sicher später weh.

Wenn Musik die Massen spaltet, dann hat man es geschafft, sagt Jasmin. Denn nichts ist schlimmer, als mit dem Gefühl, ist mir egal, gehört und wahrgenommen zu werden. Gute Musiker provozieren und haben sowohl Menschen, die es mögen, aber auch die, die es hassen oder eben nur urkomisch finden.

Hurra, ich habe eine Chance ;).

Also, ihr lieben Männer mit dem Sauerstoffmangel, ich danke euch, dass ihr mich, uns, wegen was auch immer ausgelacht habt. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Und mit 10 Euro haben wir nicht nur Geld sondern auch ein wenig Selbstvertrauen kassiert. Denn das Geld kam freiwillig von Menschen, die das honoriert haben, was wir tun!

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Auftritt | Chor | Lebensgefühl | Sing lauter

„Diesen Kuss der ganzen Welt!“

von am 9. Juli 2016

Heute war Chorprobe. Ich freue mich wirklich, dass ich mich für diesen Chor entschieden habe. Ich gehe darin auf, fordere mich und neben dem Gesangsunterricht ist es eine tolle Möglichkeit etwas aus eigener Kraft zu leisten. Ich betrachte das Singen als Therapiebegleitung um mich mit meinen Rückenschmerzen zu arrangieren und irgendwann trotz der Schmerzen vielleicht wieder stundenweise Arbeiten zu gehen. Ich liebe alles an dieser Herausforderung.
Ich atme in die Schmerzen, muss sie zum Singen zulassen und es lenkt, so paradox das auch klingt, von den Schmerzen ab.

Heute war die letzte Chorprobe vor den Ferien. Und irgendwie war alles anders. Wir sind durch einen anderen Eingang hinein gegangen und während wir eintraten mussten wir unsere Namen nennen, damit wir abgehakt wurden.

Denn irgendwie wurde in ganz Bielefeld demonstriert. Eine rechte Demo „Bielefelder Bürgerwille“ und natürlich dazu eine Gegendemo „Bielefeld stellt sich quer“.

Zunächst gestaltete sich die Porbe ganz normal. Lockern, einsingen, bewegen. Als wir uns dann Stühle holen sollten kam die Ansage, die Theatermitarbeiter treffen sich auf dem Balkon um gegen die rechte Demo zu singen. Und wir als neuer Chor wurden dazu eingeladen mitzumachen. Irgendwie witzig, denn mit einer Dame hatte ich mich vor Beginn der Probe noch darüber unterhalten, dass wir ja gegen die am Rathaus ansingen könnten. Nun bekamen wir die Chance.

Pünktlich als die braune Masse zum Rathaus abbog stellten sich alle Sänger und einige Blechbläser auf den Balkon und sangen in einer endlos Dauerschleife „Freude schöner Götterfunke/Ode an die Freude“

Schilder mit „Diesen Kuss der ganzen Welt“ wurden hochgehalten. Ein Banner mit der Aufschrift „Für Toleranz und Weltoffenheit“ wurde ausgerollt.

Ich sang natürlich, wie alle anderen, aus voller Brust mit. Und obwohl es brütend heiß in der prallen Sonne war erfasste mich eine Gänsehaut. Es war so ergreifend. Wir waren tatsächlich lauter als die rechte Demonstranten. Man spürte eine Art Magie und Stärke auf diesem Balkon. Man fühlte sich gut, man lächelte, wir hielten zusammen. Völlig Fremde, die zufällig im Theater zu dieser Zeit waren, sangen gemeinsam gegen etwas an. Ohne Gewalt trugen wir die Botschaft nach Draußen: „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt“. Etwa 30 Minuten, bis die Demonstranten endlich mit ihrer Kundgebung zu Ende waren, sangen wir immer wieder das Lied und hielten das passende Zitat aus Schillers Gedicht „An die Freude“ hoch.

Der erste Auftritt unseres Chors sozusagen.
Ich fand diese Aktion richtig gut, denn genau das will das Chorprojekt „One Voice“ ja zeigen. Wir sind weltoffen, eins in der Musik und gemeinsam klingen wir wie eine Stimme.

Auch ein erster richtiger Auftritt steht schon an.

Am 18. September zum Abrahmefest in Bielefeld.

Religionen, die sich aus dem alten Testament entwickelt haben feiern dieses Fest das 4. Mal. 2011 bekam Bielefeld dafür sogar den Integrationspreis verliehen. Juden, Christen und Muslime, also alle die, die Abraham als „Urvater“ ihrer Religion ansehen, feiern gemeinsame ihren Ursprung des Glaubens. „One Voice“ tritt  zu diesem Anlass am 18. September im „Theater am alten Markt“ auf.
Ich freue mich so sehr darauf. Das ist genau das, was ich machen wollte.

Alle diese Erfahrungen zeigen mir, dass meine Idee „Sing lauter“ einfach goldrichtig ist.

Dazu berichte ich euch bald mehr. Aber im Grunde ist es das, was ich heute erlebt habe. Lauter im Singen sein, als die, die einen Mobben.

Wie ich das starte, weiß ich noch nicht. Wenn ihr Lust auf so ein Projekt habt und mir helfen möchtet, dann meldet euch doch einfach bei mir. Oder postet mir einfach unter diesen Beitrag.

<3

Ich wünsche euch einen tollen Sommer voller Musikgefühl!

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Chor | Lebensgefühl

Mezzosopran, wenn du nicht weißt, wo du hingehörst

von am 28. Mai 2016

Ein neuer Chor entsteht in Bielefeld. Heute war die erste Probe und ich hatte unheimlich viel Spaß.

Das Chorprojekt „OneVoice,“ unter Leitung von Kerstin Tölle, soll kein klassischer Chor werden. Es soll kulturübergreifend einen Querschnitt durch die Bielefelder Bevölkerung zeigen. Und diese Kulturen sollen sich auch musikalisch wiederfinden. Wir singen also auch italienisch, syrisch, türkisch.

Heute ging es um das erste Beschnuppern, erstes Singen und die Einteilung in die Stimmregister. Wir sollten uns dort hinstellen, wo wir uns stimmlich einordnen würden.

Sopran, Alt, Tenor, Bass.

Da stand ich nun mit meinem Mezzosopran. Singe ich lieber den Sopran oder wage ich mich in den Alt.

Harte Nuss. ich glaube zwar, dass ich auch den Alt bedienen könnte, meiner liebsten Jasmin sei Dank, aber so rein aus meiner Vergangenheit fühle ich mich im Sopran dann doch deutlich wohler. Ich also brav in die Ecke mit den „Sopranos“ und der Chor legte los.

Ich habe es so genossen wieder in einem Chor zu singen. Mit wildfremden Menschen sich zusammenfinden, weil es einfach um die Musik geht. Das klingt jetzt vielleicht megakitschig, aber man hat das Gefühl, dass für den Moment des Singens 102 Herzen (ja, so viele waren tatsächlich bei der ersten Probe) schlagen im gleichen Takt. Musik verbindet einfach ohne Worte. Sprachbarrieren gibt es nicht. Die Musik spricht einfach für sich und jeder hatte ein entspanntes Lächeln im Gesicht. Und unsere Chorleiterin quietschte vor Begeisterung, als der erste Durchgang des Liedes tatsächlich 4-stimmig klappte und es einfach „wundervoll“ für sie klang. Ha, nun hab ich das doppelte Prädikat von „wundervoll“ auf meinem Konto. Ich sollte lobende Worte für schlechte Zeiten auf meinem Haben-Konto sammeln.

Es erfüllte den ganzen Raum und mich. Das kam gerade zur richtigen Zeit. Ich freue mich so sehr auf die nächsten Proben und auf erste Auftritte. Und wer weiß, vielleicht gibt es bald eine kleine Kostprobe auf diesem Blog.

Zum Einstimmen hier mal ein anderer Chor der „The Scat Calypso“ singt.

https://www.youtube.com/watch?v=xe2NMgy8M1s

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Chor | Gesangsunterricht | Lebensgefühl

Warum dieser Blog?

von am 17. Mai 2016

Gesangsunterricht, Liedtexte schreiben, komponieren, Singen im Chor, jederzeit Musik, die ich mitnehme. Die Musik trägt mich und macht soviel in meinem Leben aus, nimmt Raum ein und ich investiere Zeit.

Ich bin musikalisch vielseitig. Ich höre, was mich gerade berührt. Von Klassik bis Heavy Metal kann das alles sein. Sprache spielt keine Rolle. Ich muss die Texte nicht verstehen, denn die Melodie erzählt die Geschichte im Song.

Ich möchte euch von meinen Lieblingsliedern berichten. Von den Erlebnissen im Chor, meinen Erfahrungen und Fortschritten aus dem Gesangsunterricht. Ich hoffe ich kann euch mein Musikgefühl vermitteln und eine Saite in euch zum Klingen bringen!

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